Deutschland seit 2015: Was vom Median netto blieb
Die Verdienste sind gestiegen, die Preise auch. Diese Auswertung zeigt für jedes Jahr seit 2015 den Median-Bruttoverdienst, das Netto und dieses Netto in heutigen Preisen.
Median brutto, Netto und reales Netto seit 2015
| Jahr | Median brutto | Netto | Netto in Preisen von 2026 | Abgabenquote |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 38.811 € | 24.335 € | 32.731 € | 37,3 % |
| 2016 | 39.716 € | 24.892 € | 33.347 € | 37,3 % |
| 2017 | 40.831 € | 25.549 € | 33.656 € | 37,4 % |
| 2018 | 42.083 € | 26.336 € | 34.059 € | 37,4 % |
| 2019 | 43.527 € | 27.239 € | 34.726 € | 37,4 % |
| 2020 | 43.090 € | 27.179 € | 34.552 € | 36,9 % |
| 2021 | 44.392 € | 28.414 € | 34.997 € | 36 % |
| 2022 | 46.341 € | 29.750 € | 33.710 € | 35,8 % |
| 2023 | 49.517 € | 31.501 € | 33.653 € | 36,4 % |
| 2024 | 52.231 € | 33.384 € | 34.807 € | 36,1 % |
| 2025 | 54.059 € | 34.349 € | 35.026 € | 36,5 % |
| 2026 | 55.951 € | 35.388 € | 35.388 € | 36,8 % |
Jahreswerte für eine ledige, kinderlose Person in der gesetzlichen Krankenversicherung, ohne Kirchensteuer. Fett: das schwächste reale Netto der Reihe (2015). Ab 2025 sind Verdienst und Preise fortgeschrieben.
Was die Zahlen zeigen
Nominal sind die Verdienste deutlich gestiegen: beim Median um +44 % seit 2015. Vom Zuwachs bleibt nach Steuern und Sozialabgaben +45 % übrig – etwas mehr als beim Brutto, weil Grundfreibetrag und Tarif mehrfach angehoben wurden. Entscheidend ist aber die dritte Zahl: Rechnet man die Preissteigerung heraus, bleiben +8 %. Die Jahre 2022 und 2023 haben die Reallöhne stark gedrückt; erst danach wuchsen sie wieder.
Die Abgabenquote lag 2015 bei 37,3 % und 2026 bei 36,8 %. Entlastungen beim Steuertarif standen höhere Beiträge gegenüber, vor allem der Zusatzbeitrag der Krankenkassen und die Pflegeversicherung.
So wird gerechnet
Grundlage ist der durchschnittliche Bruttoverdienst je Vollzeitäquivalent (Eurostat, nama_10_fte), umgerechnet auf den Median mit dem Faktor 0,971 – dem Verhältnis von Destatis-Median zu Durchschnitt im Jahr 2025. Für jedes Jahr werden der damalige Einkommensteuertarif, der Grundfreibetrag, die Beitragssätze der Sozialversicherung und die Soli-Freigrenze angesetzt. Die Preisbereinigung nutzt den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HICP) für Deutschland, Basis 2026. Ab 2025 sind Verdienst (+3,5 % pro Jahr) und Preise (+2,0 %) fortgeschrieben.
Häufige Fragen
Wie stark sind die Löhne in Deutschland seit 2015 gestiegen?
Der Median-Bruttoverdienst einer Vollzeitkraft stieg von 38.811 € auf 55.951 € im Jahr (+44 %). Das Netto einer ledigen, kinderlosen Person wuchs von 24.335 € auf 35.388 € (+45 %). Nach Abzug der Preissteigerung bleiben davon +8 %.
Was bedeutet Median-Bruttoverdienst?
Der Median teilt die Beschäftigten in zwei Hälften: Die eine verdient mehr, die andere weniger. Er ist aussagekräftiger als der Durchschnitt, den einzelne sehr hohe Gehälter nach oben ziehen. Gemeint ist hier der Bruttojahresverdienst einer Vollzeitkraft inklusive Sonderzahlungen.
Warum bleibt vom Lohnplus real so wenig übrig?
Zwei Gründe: die Preissteigerung, vor allem 2022 und 2023, und die Abgaben. Das reale Netto lag 2015 am niedrigsten (32.731 € in Preisen von 2026). Die Abgabenquote veränderte sich von 37,3 % auf 36,8 %; steigende Zusatz- und Pflegebeiträge haben die Entlastungen beim Steuertarif teilweise aufgezehrt.
Stand September 2026. Steuern und Abgaben 2026, gerechnet nach dem amtlichen Programmablaufplan zur Lohnsteuer und den Sozialversicherungswerten 2026. Näherungsmodell ohne individuelle Freibeträge – keine Steuerberatung.