Haushaltsplan im Studium
Knappes Budget, unregelmäßige Einnahmen, halbjährliche Rechnungen: Wie sich ein Studienbudget aufstellen lässt, das die Semesterferien übersteht.
Woraus sich das Geld zusammensetzt
| Quelle | Größenordnung | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| BAföG | bis 992 € (eigene Wohnung) | zur Hälfte Zuschuss, zur Hälfte zinsloses Darlehen, Rückzahlung gedeckelt |
| Eltern | sehr unterschiedlich | Unterhaltspflicht besteht auch während des Studiums |
| Minijob | bis 603 € / Monat | beitragsfrei außer Rente; Befreiung möglich |
| Werkstudent | mehr als der Minijob | in der Vorlesungszeit höchstens 20 Std./Woche, sonst volle Beiträge |
| Stipendium | z. B. 300 € Büchergeld | nicht nur Einserkandidaten – viele Werke vergeben nach anderen Kriterien |
| Kindergeld | 259 € / Monat | bis 25, solange die Erstausbildung läuft – geht oft an die Eltern |
Die Posten, die Studierende regelmäßig vergessen
- Semesterbeitrag. Zweimal im Jahr fällig, im Monatsbudget oft nicht vorgesehen. Als Jahresbetrag eintragen – der Plan rechnet ihn um.
- Krankenversicherung. Bis 25 läuft meist die Familienversicherung, danach die studentische Versicherung; mit 30 oder nach dem 14. Fachsemester endet sie. Was die Beiträge ausmachen, zeigt der Sozialabgabenrechner.
- Rundfunkbeitrag. 18,36 € je Wohnung, nicht je Person – in der WG zahlt also eine Person für alle. Wer BAföG bekommt, kann sich befreien lassen.
- Kaution und Erstausstattung. Einmalig, aber in dem Monat, in dem sie fällig werden, größer als alles andere.
- Rücklage für Technik. Ein Laptop hält drei Jahre; 20 € im Monat zurücklegen ist angenehmer als 700 € auf einmal.
Ein Beispiel mit 992 €
Wer den vollen BAföG-Satz bekommt, hat ein knappes, aber planbares Budget. Die Frage ist nicht, ob es reicht – sondern wofür es nach der Miete noch reicht. Trag deine eigene Miete ein, und der Plan zeigt sofort, was pro Tag übrig bleibt. Bei einem WG-Zimmer für 400 € sind das nach Fixkosten typischerweise um die 10 bis 12 € am Tag für Essen, Weggehen und alles andere.
Wird es dauerhaft zu eng, lohnt der Blick auf Wohngeld – für Studierende ohne BAföG-Anspruch ist das häufiger möglich, als viele denken – und auf die Härtefallfonds und Darlehen der Studierendenwerke.
WG oder allein – im Plan sichtbar machen
Lege dir zwei Pläne an: einen mit WG-Zimmer, einen mit eigener Wohnung. Nebeneinander zeigt sich, was die Einzelwohnung wirklich kostet – nicht nur an Miete, sondern an Strom, Internet, Rundfunkbeitrag und Grundausstattung, die in der WG geteilt werden. Dafür gibt es im Haushaltsplan die Plan-Umschaltung oben; herunterladen lässt sich jeder Plan einzeln.
Stand Oktober 2026. BAföG-Sätze nach §§ 13, 13a BAföG; Durchschnittsbetrag 2024 nach Statistischem Bundesamt. Verbindlich ist der Bescheid deines BAföG-Amts.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der BAföG-Höchstsatz 2026?
992 € im Monat für Studierende mit eigener Wohnung: 475 € Grundbedarf, 380 € Wohnpauschale und 137 € Zuschlag zur Kranken- und Pflegeversicherung (§§ 13, 13a BAföG). Wer bei den Eltern wohnt, kommt auf 671 €. Das ist die Obergrenze – tatsächlich ausgezahlt wurden 2024 im Durchschnitt 657 €, weil Einkommen und Vermögen angerechnet werden. Die nächste Erhöhung ist für den 1. April 2027 vorgesehen.
Wie viel darf ich neben dem Studium verdienen?
Beim Minijob liegt die Grenze 2026 bei 603 € im Monat; bis dahin fallen für dich keine Beiträge außer dem Rentenanteil an, von dem du dich befreien lassen kannst. Als Werkstudent darfst du mehr verdienen und zahlst während des Semesters nur den Rentenbeitrag, solange du in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeitest. Beim BAföG gilt ein eigener Freibetrag – wer deutlich mehr verdient, bekommt weniger BAföG.
Was kostet das Studium im Monat wirklich?
Das hängt fast vollständig an der Miete, und die unterscheidet sich zwischen München und Chemnitz um ein Vielfaches. Deshalb bringt ein fremder Durchschnittswert wenig. Sinnvoller ist, die eigenen Fixkosten einzutragen – Miete, Semesterbeitrag auf den Monat gerechnet, Krankenversicherung, Handy – und zu sehen, was danach pro Tag übrig bleibt.
Zählt der Semesterbeitrag als Monatsausgabe?
Rechne ihn um: Er fällt zweimal im Jahr an, gehört aber in jedes Monatsbudget. Im Haushaltsplan trägst du ihn als Jahresbetrag ein, dann rechnet die Seite ihn selbst auf den Monat herunter. Dasselbe gilt für Versicherungen, Bahncard und Laptop-Rücklage.